Eine nette Einladung

Politik | NINA HORACZEK und NINA WEISSENSTEINER | aus FALTER 46/03 vom 12.11.2003

ASYL Innenminister Ernst Strasser hat seine Beamten angewiesen, Asylwerber schon bei der Ankunft zur Rückkehr zu überreden. Eine Gruppe von Tschetschenen berichtet erstmals, was "Überreden" tatsächlich bedeutet.

Es ist stockdunkel. Im Laufschritt stolpert die Gruppe durch die Nacht. Hinter ihr bellen die Hunde der tschechischen Polizei. Doch plötzlich kommt der Tross zum Stillstand. Ein Fluss versperrt den Fluchtweg. Hastig nehmen die Männer die Kinder auf ihre Schultern. Die Frauen tragen das dürftige Gepäck. Dann waten sie durch das Wasser. Drüben die Überraschung: Die österreichischen Beamten stehen schon bereit.

  Es ist der 31. Oktober, Mitternacht. An der grünen Grenze, zwischen jenen fünf Kilometern, die die kleine Ortschaft CÇeské Velenice von Gmünd trennen, werden 74 Menschen verhaftet und zum Gendarmerieposten gebracht. Es sind Tschetschenen, etwa die Hälfte davon Kinder.

  Eine Tschetschenin versucht den Beamten klar zu machen, dass sie Asyl möchte. "Hier


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