Kommentar

MacPotter regiert die Welt!

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 46/03 vom 12.11.2003

McDonald's gilt Geistern, die sich selbst gern für kritisch halten, weltweit als der schwarze Peter der Globalisierung. Wenn schon kein Walfleisch, dann steckt zwischen den Weckerln zumindest Fleisch von unglücklich verstorbenen Kühen, die garantiert dort weideten, wo sich zuvor Tausende Hektar Regenwald erstreckt hatten, voll mit raren, von Indios schonend gepflückten Heilpflanzen. McBurgers sind sozusagen die Handgranaten des US-Imperialismus.

Harry Potter kommt zwar nicht aus den USA, aber immerhin aus Großbritannien, deren wichtigstem Verbündeten - damit ist dem Globalisierungsskeptiker genug gesagt. Flächendeckend werden die Buchhandlungen damit zugemüllt; am vergangenen Wochenende war der deutschsprachige Raum dran. Dutzende Bände linker Lyrikerinnen aus Lima wurden aus den Regalen geworfen, um Platz für die 1021-Seiten-Ziegel des jüngsten, insgesamt fünften Bandes zu machen: "Harry Potter und der Orden des Phönix". Startauflage: unfassbare zwei Millionen Stück.

Wo die


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