Alle Welt in der Quetschn

KLAUS TASCHWER | Kultur | aus FALTER 46/03 vom 12.11.2003

MUSIK Auf seiner Debüt-CD zieht der polnische Akkordeonist Krzysztof Dobrek eine Bilanz seiner Karriere, die ihn von der Kärntner Straße auf die Bühnen ausverkaufter Konzertsäle gebracht hat. 

Südbahnhof, 5. September 1990. Ein gewisser Krzysztof Dobrek entsteigt dem überfüllten Zug, der ihn über Nacht von Krakau nach Wien gebracht hat. Wie viele seiner Landsleute hat auch er eine der letzten Chancen genützt, nach Österreich einzureisen: Zwei Tage später wird man auch hier die Visumpflicht für Polen einführen. In seiner Heimat saß dem 23-Jährigen das Militär im Nacken - die Einberufung drohte. Und so landet Dobrek eher durch Zufall in Wien, mit im Gepäck seine gesamten Ersparnisse (200 Schilling) und sein Akkordeon, das er seit acht Jahren nicht mehr angerührt hatte. "Ich konnte kein Wort Deutsch, kannte niemanden in der Stadt und wusste nur, dass es im Zentrum eine ,Straße der Musikanten' gibt", erzählt Dobrek. Und: "Der Stadtplan kostete 25 Schilling."

  Am zweiten

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