Porno ohne Sex

Kultur | KARIN CERNY | aus FALTER 46/03 vom 12.11.2003

TANZ Auf der Suche nach dem Obszönen: Die spartenübergreifende Produktion "[...]" geriet Choreograph Willi Dorner zur unausgegorenen Materialsammlung. 

Auch so kann ein Porno ausschauen: Ein geschmacklos neureiches Bett - aber leer. Ein Strand - aber ohne Menschen. Ein Büro - aber nach Dienstschluss. Der Filmdeanimator Martin Arnold hat einmal mehr alle Menschen vom Zelluloid gelöscht, diesmal aus dem wohl eher billigen Achtzigerjahre-Inzestporno "Taboo" (man ist froh, die garantiert schlechten Frisuren der Darsteller nicht sehen zu müssen), und übrig geblieben ist die postkoitale Tristesse der Räume, die zu entspanntem Easy-Listening-Sound ziemlich eigenartig wirken (Bettwäsche mit Schmetterlingen!). Über die Tonspur mogeln sich manchmal Fetzen einer eindeutigen Pornokonversation.

  Das Projekt mit dem bewusst unaussprechlichen Titel "[...]" macht sich spartenübergreifend im Rahmen des Neue-Musik-Festivals Wien Modern auf die Suche nach dem Obszönen - und findet es in seiner


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