Goldberg singt

Kultur | CARSTEN FASTNER | aus FALTER 46/03 vom 12.11.2003

MUSIK András Schiff nahm zum zweiten Mal die "Goldberg-Variationen" auf und reiht sich damit unter die ganz großen Bach-Interpreten ein. 

Hand aufs Herz", fragt András Schiff im Begleittext seiner neuen Einspielung von Johann Sebastian Bachs "Goldberg-Variationen", "können Sie über eineinviertel Stunden einem Cembalo zuhören?" - Hand aufs Herz? Ja sicher! Etwa wenn Pierre Hantaï (2000), Trevor Pinnock (1980) oder, auf ihre eigene charmant romantisierende Art, Wanda Landowska (1933) in mehr oder weniger historischer Aufführungspraxis ans Werk gehen.

  Es ist aber natürlich auch überhaupt kein Problem, dass Schiff die Bach'sche "Clavier Übung, bestehend in einer Aria mit verschiedenen Veraenderungen vors Clavicimbal mit zwei Manualen" eben nicht auf einem historischen Cembalo mit zwei separaten Tastaturen, sondern auf einem Konzertflügel spielt: Seit Glenn Goulds bahnbrechender erster Aufnahme von 1955 sind die "Goldberg-Variationen" ohnehin im modernen Klavierklang etabliert,


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