80 Jahre Loriot

"... wo Mutti sonst nur saugen kann"

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 46/03 vom 12.11.2003

Klassiker!" lautet der apodiktische Titel eines Textleins, das Robert Gernhardt seinerzeit für profil geschrieben und das nun Eingang in den Sammelband "Loriot und die Künste" gefunden hat, den der Diogenes Verlag anlässlich des 80. Geburtstags von Vicco von Bülow herausgebracht hat.

  Klassiker!? Gewiss. Aber was genau bedeutet das? Zunächst einmal, dass Loriot (das Pseudonym leitet sich vom französischen Wort für den Pirol ab, der das Familienwappen derer von Bülow ziert) ins kollektive Gedächtnis Eingang gefunden hat: Man kennt den Herrn in den gestreiften Hosen, mit Sakko, Fliege und Melone, man kennt den Hund Wumm, der es schon aufs Cover von Spiegel und Stern geschaffthat, man kennt die Nudel, die während der Liebeserklärung übers Gesicht des Entflammten wandert und diese damit zunichte macht. Wäre es nicht so ein unschönes Wort, man würde Situationen, in denen der Alltag ins Absurde kippt oder das Pathos in die Banalität, als "loriotesk" bezeichnen.

  1949 signiert


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