FERNSEHEN

Medien | JULIA ORTNER | aus FALTER 47/03 vom 19.11.2003

Sie war von Folge 1 bis Folge 935 dabei: Ute Mora, 18 Jahre lang Darstellerin der Berta "Rehlein" Griese in der besten aller Dauerserien, der ARD-"Lindenstraße". Mora starb Anfang September, ihr Seriencharakter aber erst jetzt - die Folgen waren vorproduziert. Wie Serienmacher mit dem Tod von Schauspielern umgehen, wie sie einen Charakter sterben lassen, kann einem auch die liebsten Serien vermiesen: Die Leute brennen dann auf einmal nach Südamerika durch, obwohl es keinen rational nachvollziehbaren Grund dafür gibt oder verschwinden in Nervenkliniken, aus denen sie irgendwann wieder zurückkehren - und zwar als anderer Darsteller. Für Mora hat sich Lindenstraße-Erfinder Hans W. Geißendörfer allerdings einen schönen, weil würdigen Abgang einfallen lassen. In der Folge mit dem programmatischen Titel "Berta Griese" stirbt Berta, eine etwas schrullige, aber sympathische Frau, die sich immer für andere Menschen eingesetzt hat, als sie einer anderen Frau helfen will, die überfallen wird. Und die Trauer ihrer Schauspielkollegen kommt so echt rüber, weil die Realität sich hier mit der Fiktion wunderbar vermischt: Das Rehlein wird der Lindenstraße fehlen wie Ute Mora ihrem Ensemble.


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