KUNST KURZ

NICOLE SCHEYERER | Kultur | aus FALTER 47/03 vom 19.11.2003

Wer jemals ein Werk des armenischen Regisseurs Sergei Parajanov gesehen hat, kann leicht romantischen Fantasien über den Kaukasus nachhängen. Parajanovs Filme führen in eine archaische Welt voller Allegorien und Symbole, einen übersteigerten folkloristischen Kosmos aus Farben, Liedern und Ritualen. In Yerevan existiert heute ein Parajanov-Museum, bildende Kunst aus Armenien ist jedoch im Ausland so gut wie unbekannt. Nun proklamiert die Ausstellung "Adieu Parajanov" im Kunsthalle project space (bis 11.12.) den Abschied von der Dissidenten-Ausnahmefigur. Die Kuratoren Hedwig Saxenhuber und Georg Schöllhammer zeigen dort eine Auswahl armenischer Gegenwartskunst und einen kurzen historischen Abriss über die Kunstszene des Landes seit den Achtzigern. Anfang Dezember erscheint dazu eine begleitende Ausgabe der Zeitschrift springerin.

  Die in der Schau präsentierten Video- und Fotoarbeiten sind schwer zugänglich. Zahlreiche Arbeiten behandeln die Themen Körper und Repräsentation und

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