NÜCHTERN BETRACHTET

Dinge, die Gott getrennt hat

Kultur | aus FALTER 47/03 vom 19.11.2003

Man kann mir nur schwer vorwerfen, dass ich mich Innovationen auf dem Konsumsektor aus ideologischer Verbohrtheit verweigern würde. Ganz im Gegenteil! Ich gehöre zur fortschrittsfreudigen Gruppe jener, die selbstverständlich der Auffassung sind, dass wir auf Sakkos mit Klettverschlüssen immer schon gewartet haben und dass es nie genug Molkedrinkgeschmacksrichtungen geben kann (wann kommt eigentlich endlich Gin-Grapefruit?!) - ich muss sie ja nicht gleich selber trinken. Aber andererseits gibt es schon ein paar Dinge, die man auch lassen kann. Bei allen Irritationen hat sich zum Beispiel der Geschlechterdimorphismus als im Großen und Ganzen recht charmant erwiesen, und auch wenn uns die akademisch ausgeschlafenen AuskennerInnen ständig zurufen, dass das alles nur Konstruktionen und Konzepte sind, habe ich es ganz gern, wenn man auf dem Gender-Kontinuum keine allzu kühnen Sprünge unternimmt. Es ist irgendwie anstrengend, wenn man mit einer klassischen Frau im Bett aufwacht, die dann


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