SPENDEN

Siegel für die Güte

Stadtleben | aus FALTER 47/03 vom 19.11.2003

Alle Jahre wieder pünktlich vor Weihnachten flattern per Post die Spendenaufrufe ins Haus. Mit Inseraten, Plakaten und Werbespots buhlen unzählige Hilfsorganisationen um die Gunst der edlen Herzen. Und obwohl die Menschen in Österreich als überdurchschnittlich spendabel gelten - etwa 450 Millionen Euro werden hier jährlich für den wohltätigen Zweck ausgegeben -, ist nur eine gewisse Summe Geld da, die sich diverse Institutionen aufteilen müssen. Und der Griff in die Spendierhosentaschen ist Jahr für Jahr ein Kampf.

  Da wird mit Herz zerreißenden Briefen, Fotos von armen Kindern, bemitleidenswerten Tieren oder kaputter Natur geworben, der Erlagschein ist gleich angefügt. Und für den ORF-Spendenmarathon "Licht ins Dunkel" stehen die üblichen Verdächtigen bereits in den Startlöchern.

  Um Spendern das Geldausgeben zu erleichtern, wurde vor einigen Jahren von acht großen Non-Profit-Organisationen nach deutschem Vorbild das "österreichische Spendengütesiegel" ins Leben gerufen. Die Auszeichnung soll den so genannten Spendenmarkt sicherer und transparenter machen. Dabei werden die Organisationen nach 34 Kriterien extern geprüft. Ordnungsgemäße Rechnungslegung, mögliche Unvereinbarkeiten, den Tatsachen entsprechende Werbung sowie widmungsgemäße und sparsame Verwendung der gespendeten Beträge werden kontrolliert. "Das Spendengütesiegel ist zum fixen Bestandteil in der Entscheidungsfindung vieler Spender geworden", sagt Alfred Brogyányi von der für das Gütesiegel zuständigen Kammer der Wirtschaftstreuhänder. Mittlerweile tragen mehr als hundert Hilfsorganisationen das Gütesiegel, von der Aids Hilfe Wien bis zur Beratungsstelle Zellkern.

  Ein "Verein zur Förderung der New Economy" findet sich auf der Liste übrigens nicht.

Infos: www.osgs.at


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