Europas Herzensfrage

Vorwort | ARMIN THURNHER | aus FALTER 48/03 vom 26.11.2003

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT Brüssel hört nicht auf Grasser und Schüssel. Und doch ist Österreich in einem Europas Vorbild. 

Ist es nicht wunderbar? Ich stelle mir die Szene vor, in Brüssel, im Rat der Finanzminister. Deutsche und Franzosen verhandeln und wollen sich keinen EU-Rüffel abholen, sie sind der Meinung, der den Maastricht-Verträgen innewohnende Sparfetischismus sei volkswirtschaftlicher Unsinn. Gegen diese Anti-Fetischisten erhebt sich ein Feschist aus Wien und beharrt auf dem Buchstaben des Gesetzes. Verträge seien einzuhalten, sagt der junge Mann. Später stimmt er mit den Vertretern anderer konservativ regierter europäischer Länder gegen Frankreich und Deutschland.

  Der junge Rechtsstaat-Feschist heißt Karl-Heinz Grasser, und die Vorstellung, dass er dort beinhart auf dem Buchstaben des Gesetzes beharrt, während er hier dessen Sinn aufweicht, vermag einen sogar im nebligsten Spätherbst aufzuheitern. Daheim dem Rechtsstaat gegenüber biegsam bis an die Geleegrenze,


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