Ein echter Scheißliberaler

Politik | EVA WEISSENBERGER | aus FALTER 48/03 vom 26.11.2003

ÖVP WIEN Johannes Hahn, ein Manager und Stadtphilosoph, den sogar die Grünen mögen, wird Stadtrat ohne Portefeuille - und bald vielleicht noch mehr. 

Die SPÖ war es nicht. Als Kind hatten ihn seine Tanten, Krankenschwestern in Lainz, zum Maiaufmarsch geschleppt. Die Menschenmassen sind Johannes Hahn noch heute in unangenehmer Erinnerung.

  Die FPÖ war es auch nicht. Mit fünfzehn bekam er Mathematiknachhilfe auf einer Bude und beobachtete dort heimlich eine Mensur. Das fand er lächerlich.

  Die Grünen und vor allem das Liberale Forum gab es in den späten Siebzigerjahren noch nicht. Also trat Hahn, politischer Sohn unpolitischer Reifenhändler, am ersten Schultag der achten Klasse der ÖVP bei.

  Am Mittwoch wird der ehemalige Schulsprecher im Rathaus zum nicht amtsführenden Stadtrat gewählt. Er darf seine roten Regierungskollegen kontrollieren, selbst gestalten jedoch nicht. Seine Beförderung in dieses ohnmächtige Amt wäre daher nicht Grund genug für ein Porträt. Doch


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