IN EIGENER SACHE

"Stehts im Falter' oder stimmts?"

Politik | aus FALTER 48/03 vom 26.11.2003

Der Falter ist eine von zwei Zeitungen, die ich abonniert habe", bekannte Ernst Strasser am 9. November in der "Pressestunde". Schon vor fünf Jahren erklärte der Minister, die Wiener Stadtzeitung sei seine Lieblingszeitung.

  Obwohl über den Innenminister darin oft Unangenehmes zu lesen ist: Zuletzt, als der Falter (46/03, 47/03) berichtete, dass seine Beamten einer Gruppe tschetschenischer Asylwerber am Grenzübergangsposten Gmünd das Stellen von Asylanträgen verweigerten. Amnesty international sowie zahlreiche Flüchtlingshilfsorganisationen forderte daraufhin von Strasser Klärung, ob es für dieses Vorgehen eine Weisung des Ministers gäbe.

  Vergangenen Mittwoch hat sich der Innenminister zu den Vorfällen in Gmünd zu Wort gemeldet. Und zwar bei einer Diskussion in der Politischen Akademie der ÖVP zum Thema "Heimat Österreich? Österreich - (k)ein Einwanderungsland", die von Radio Orange aufgezeichnet wurde. Die Redakteure der Sendung "Radio Stimme" stellten dem Falter die Tonbänder zur Verfügung. Ein Journalist der Presse wollte dort wissen, ob Strasser ausschließen könne, dass Asylwerbern von österreichischen Beamten ein Asylantrag verwehrt werde. Ernst Strasser: "Selbstverständlich." Der Redakteur bohrte nach: "Also waren die Zeitungsberichte alles Enten?" Darauf Strasser: "Stehts im Falter oder stimmts?"

  "Wieso glauben Sie Ihrer Lieblingszeitung nicht?", wollten wir vom Innenminister wissen. Bis heute hat Ernst Strasser nicht geantwortet.

N. H. / N. W.


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