Schwüle Winde

Kultur | EDGAR SCHÜTZ | aus FALTER 48/03 vom 26.11.2003

SPANIEN Mit "Der Schatten des Windes" löste Carlos Ruiz Zafón eine wahre "Zafómania" aus - indem er sich bei anderen bedient hat. 

Erfolg ist planbar. In Spanien reicht offenbar ein einfaches Rezept: Man nehme die Werke der Bestsellerlisten der vergangenen Jahre und drehe sie durch den Fleischwolf. "Der Schatten des Windes" von Carlos Ruiz Zafón war der Renner des Jahres 2002, erlebte 15 Auflagen und entfachte eine wahre "Zafónmania" - kein Wunder, dass der 1964 geborene Autor ursprünglich in der Werbebranche arbeitete.

  "La sombra del viento" weckt von allem Anfang an ein "Déjà-lu"-Gefühl: Vieles hat man schon einmal gelesen. Von Arturo Perez-Reverte ("Der Club Dumas") etwa hat sich Zafón abgeschaut, wie man die Literatur als solche in den Mittelpunkt einer Art Kriminalstory im "Mantel und Degen"-Stil stellen kann. Von Eduardo Mendoza ("Die Stadt der Wunder") hat er gelernt, wie man die katalanische Metropole Barcelona samt ihren mitunter exzentrischen Bewohnern im Stil eines


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