Exil im Keller

Kultur | MICHAEL OMASTA | aus FALTER 48/03 vom 26.11.2003

BIBLIOTHEK Die Österreichische Exilbibliothek feiert mit der Ausstellung "Geteilte Erinnerung" ihr zehnjähriges Jubiläum. 

Ein älterer Herr schaut den Besuchern entgegen, die sich weder von der schweren Türe noch dem Dutzend Stufen abschrecken lassen und den kleinen Ausstellungsraum in der Zieglergasse 26a betreten. Es handelt sich um Wolfgang Suschitzky, einen legendären Fotograf und Kameramann, der heute 92-jährig in London lebt. Das großformatige Schwarz-Weiß-Porträt, das ihn leise lächelnd zeigt, stammt von Alisa Douer, die der Österreichischen Exilbibliothek seit ihrer Gründung vor zehn Jahren aufs Engste verbunden ist.

  Wolf Suschitzky war schon öfter hier zu Gast, zuletzt vor zwei Wochen, bei der Vernissage von "Geteilte Erinnerung - Generationen des Exils". Diesmal allerdings stand weniger seine Person im Mittelpunkt als vielmehr seine Familie: Vater Wilhelm und Onkel Philipp, die "Brüder Suschitzky", gründeten 1902 die erste sozialistische Buchhandlung in Wien;


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