"Flirten ist nicht in Mode"

WOLFGANG KRALICEK | Kultur | aus FALTER 48/03 vom 26.11.2003

LEIDENSCHAFT Der schreibende Rechtsanwalt Louis Begley war kürzlich auf Lese-Besuch in Wien. Mit dem "Falter" sprach der New Yorker über sein Leben mit zwei Berufen und seinen Roman "Schiffbruch", über Verführung und die Frauen. 

Der siebzigjährige Louis Begley blickt auf eine kurze, ungewöhnliche Schriftstellerkarriere zurück: Der nach dem Krieg in die USA emigrierte polnische Jude hatte in Harvard studiert und mehr als dreißig Jahre in einer renommierten New Yorker Anwaltskanzlei gearbeitet, als er 1991 seinen ersten Roman veröffentlichte; "Lügen in Zeiten des Krieges" ("Wartime Lies") erzählt die Geschichte eines jüdischen Jungen, der die Nazizeit in Polen als "U-Boot" überlebt. Nach dem erfolgreichen Debüt wechselte Begley das Genre in Richtung Gesellschaftsroman für Fortgeschrittene: Die Helden der sechs seither erschienenen Romane sind wohlhabend, besitzen Ferienhäuser, unternehmen Reisen an mondäne Orte in Europa - und sie befinden sich in einer existenziellen Krise:

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