Einmal fad, einmal delikat

CARSTEN FASTNER | Kultur | aus FALTER 48/03 vom 26.11.2003

MUSIK Zwei Opernproduktionen versuchen derzeit, den aktuellen Boom Alter Musik auch für das barocke und frühe klassische Musiktheater zu nutzen. 

Weniges ist so schwer auf die Bühne zu bringen wie die so genannte Alte Oper des Barock und der frühen Klassik. So anspruchsvoll und lebendig die Musik vieler zwei-, dreihundert Jahre alter Stücke immer noch sein mag, so störrisch widersetzen sich die gerne in der Götterwelt angesiedelten Handlungen einer gegenwartsgemäßen Inszenierung. Und selbst wenn es gelingt, anhand der alten Fabeln und Parabeln zeitlose Themen wie Liebe, Tod und Teufel interessant und spannend abzuhandeln, bleibt das Problem der musikalischen Aufführungspraxis bestehen: Moderne Opernhäuser sind für die in kleiner Besetzung gedachten, intimen Stücke des 17. und 18. Jahrhunderts in aller Regel viel zu groß.

  In Wien haben sich Volks- wie Staatsoper aus genau diesem Grund kaum je ans Musiktheater aus der Zeit vor Mozart gewagt. Neben der kleinen Kammeroper

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