Begnadete Körper

Kultur | NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 48/03 vom 26.11.2003

KUNST Schlangenmenschen, Prothesen, Marionetten und Schränke ohne Rückenwand: Markus Schinwald treibt ein doppelbödiges Spiel mit Physiognomien und Idyllen. 

Karl, Felix, Gustav, Johann und Paul sind außer Form. Auf ihren Porträts tragen sie zwar Sonntagsstaat und bewahren Haltung, aber mit ihrem Aussehen ist etwas passiert. Karls Hals scheint plötzlich verschwunden, und Johann legt sich die runde Brille wie ein Ring um die Nase. Was war bloß mit dem Künstler los? Wollte er sich über die steifen Gesellen lustig machen? Den Biedermeier-Porträtisten Joseph Kriehuber trifft an den Parodien indes keine Schuld. Es war der 1973 geborene Künstler Markus Schinwald, der Kriehubers Stiche über Flohmärkte und Antiquariate erstanden und anschließend am Computer bearbeitet hat. Ein spezieller Pigmentdruck reproduziert die witzigen Ergebnisse so perfekt, dass diese täuschend echt wirken.

  "Ich habe ausschließlich Elemente aus den Bildern genommen und damit gespielt", erklärt Schinwald


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