Literatur im Schmerz

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 48/03 vom 26.11.2003

THEATER Das Blut des Dichters: Martin McDonaghs Thriller "Der Kissenmann" im Akademietheater. 

Die Folterkammer ist die Intensivstation des Theaters: ein Ort, an dem die gesellschaftlichen Konventionen außer Kraft gesetzt sind und jedes falsche Wort den Tod bedeuten kann. "Der Kissenmann", das neue Stück des Londoner Dramatikers Martin McDonagh, spielt in einer Folterkammer. In einem nicht näher definierten Polizeistaat werden unter Folter (Prügel, Elektroschocks) zwei Brüder verhört, die verdächtigt werden, für eine Kindermordserie verantwortlich zu sein. Im Haus der Brüder wurde eine Kiste mit Manuskripten sichergestellt, die offenbar in Zusammenhang mit der Mordserie stehen: Die bizarren Todesarten der zwei Opfer, deren Leichen man schon gefunden hat, finden sich in den Texten wieder.

  Der Autor trägt den seltsamen Namen Katurian Katurian ("Meine Eltern waren komische Leute") und ist Hilfsarbeiter im örtlichen Schlachthof. Aber Katurian versteht sich als Schriftsteller,


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