STALKING

Die Nacht des Jägers

Stadtleben | aus FALTER 48/03 vom 26.11.2003

Er war unauffällig, still, ein Außenseiter. Den kleinen Wolfgang*, der mit ihr damals in der Volksschulklasse gesessen ist, hat Iris Leitner* nie wirklich bemerkt. "Wir waren nicht befreundet, hatten außerhalb des Klassenzimmers keinen Kontakt", erzählt sie. Keine Rede davon, dass sie in Wolfgangs eigener Welt irgendwie viel mehr wurde als eine Sitznachbarin - nämlich seine imaginäre große Liebe, die Frau seines Lebens. Dass der mittlerweile erwachsene Schulkollege so für sie empfindet, hat Leitner erst mit 23 Jahren erfahren. In der Nacht, als der Mann plötzlich auftauchte, Sturm läutete, die Haustür ihres Elternhauses mit einem Wagenheber einschlug und sie laut schreiend überall im Haus suchte. In dieser Nacht ist Wolfgang in ihr Leben getreten und bis jetzt nicht mehr daraus verschwunden. Iris Leitner wird seit 15 Jahren von dem psychisch kranken Mann verfolgt. Ein Leben wie eine Belagerung, ein Leben im Ausnahmezustand.

  Offen, mädchenhaft, kurze blonde Strubbelfrisur,


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