VOR 20 JAHREN IM FALTER

Vorwort | aus FALTER 49/03 vom 03.12.2003

"Charly, bleib!" Mit dieser Titelzeile machte Falter-Redakteur Michael Jäger wieder gut, was er zuvor mit seiner Rücktrittsforderung an den Innenminister angerichtet hatte. Jäger erklärte, wie es soweit kommen konnte: "Am letzten Abend vor dem unweigerlich letzten Abgabetermin hockt eine bleiche Gestalt einsam unter den zuckenden Neonbalken ihres Arbeitszimmers. Links das Vitaminpräparat, rechts der qualmende Aschenbecher, umzingelt von halbleeren Kaffeetassen, zerbröselten Auer-Tortenecken und verschneuzten fazoletti der Marke Feh, sericamenti-morbidi. Der Nachtwind heult, der Kopierer stöhnt, die Schreibmaschine glüht, es gibt kein Entkommen: Zeile reiht sich an Zeile. Blatt an Blatt. Als der Morgen graut, wanke ich grußlos heimwärts."

  Ich als Zeitzeuge (vgl. auch Seite 66) kann nur bestätigen: So und nicht anders war es in mancher Falter-Nacht. Was dann kam, ist allerdings Ausgeburt wildester Jäger-Phantasie: "Wenige Stunden später rafft der ahnungslose Bürodiener, der


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