"Ein zweites Vietnam"

Politik | ROBERT MISIK | aus FALTER 49/03 vom 03.12.2003

USA Der kanadische Philosoph Charles Taylor über den Islam und den Westen, den amerikanischen Hang zur Hysterie und die Wahrscheinlichkeit, dass die USA den Krieg im Irak verlieren. 

Charles Taylor, Philosophieprofessor in Montreal und Chicago, gilt seit seiner grandiosen Hegel-Studie, die 1975 erschienen ist, als fixe Größe im globalen Philosophiebetrieb. Zuletzt veröffentlichte Taylor "Die Formen des Religiösen in der Gegenwart" sowie "Wieviel Gemeinschaft braucht die Demokratie?" (beides im Suhrkamp-Verlag erschienen).

Falter: Der Westen und der Islam ist ein großes, vielleicht das größte Thema unserer Tage. Und es gibt im Westen eine große Ambivalenz. Einerseits werden Reden gehalten, dass Antagonismen durch Dialog abgebaut werden sollen, andererseits heißt es forsch, es kann keinen Kompromiss mit dem Konzept des Jihad geben. Was meinen Sie?

Charles Taylor: Die Positionen sind nicht so unversöhnlich, wie sie scheinen. Wir sind etwas verwirrt durch das essenzialistische Denken,


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