Kabul anno zero

Kultur | MICHAEL LOEBENSTEIN | aus FALTER 49/03 vom 03.12.2003

FILM Samira Makhmalbafs dritter Film "At Five in the Afternoon" erzählt vom Leben im zerstörten Afghanistan. 

Es ist interessant zu beobachten, wie das zeitgenössische iranische Kino zunehmend die Hauptstädte verlässt und seine Aufmerksamkeit auf die Randzonen des Landes verlegt. Babak Payamis "Secret Ballot" spielte im Süden des Landes, Bahman Ghobadis viel beachtetes Schmugglerdrama "Zeit der trunkenen Pferde" im kurdischen Niemandsland zwischen den Kriegsgegnern Iran und Irak. Abbas Kiarostami drehte in Afrika ("ABC Afrika"), während Mohsen Makhmalbaf 2001 die humanitäre Katastrophe in und um Kandahar in symbolbefrachtete Bilder bannte.

  Mit dem Sturz des afghanischen Taliban-Regimes scheint sich diese "panorientalische" Tendenz noch zu verstärken. Das jüngste Beispiel dafür ist "At Five in the Afternoon" ("Panj é asr"), der dritte Langfilm Samira Makhmalbafs, der Tochter von Mohsen Makhmalbaf. Der Film ist in Afghanistan angesiedelt und auch dort gedreht; die Darsteller


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