Arche Rebic

Kultur | MAYA McKECHNEAY | aus FALTER 49/03 vom 03.12.2003

FILM Ein alter Donaukahn als Rettungsboot für Europas letzte Romantiker: "Donau, Dunaj, Duna, Dunav, Dunarea" vom Austro-Serben Goran Rebic´. 

Eine junge Frau steht auf der Terrasse ihres Penthauses und blickt über die Donau hinweg gen Wien. Schön wie ein Model ist sie: große Augen, kurzes Haar und dunkle Haut, von der sich der hellseidene Morgenmantel abhebt. Aber sie ist traurig, hat sie doch ehedem, so hören wir leise ihre Gedanken, den Tod eines Freundes verursacht. Und sie ist drogenkrank, schiebt sich in Großaufnahme eine Spritze in die Vene. Da kommt ein Vogel geflogen, ein Schwarzstorch mit rotem Schnabel, und als er wieder abhebt, an der Reichsbrücke vorbei Richtung Hafen gleitet, beschließt die Frau, ihm zu folgen.

  Eine der ersten Szenen von "Donau, Dunaj, Duna, Dunav, Dunarea", Goran Rebic´s zweitem Spielfilm nach "Jugofilm" (1997), gibt bildhaft den Impetus der Erzählung vor: Heb ab von den Niederungen des zivilisatorischen Alltags! Folge deinen Träumen!

  Ziel


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