Machen statt lachen

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 49/03 vom 03.12.2003

FILM Das Filmmuseum präsentiert die bislang umfangreichste Retrospektive mit Werken des genialen Maschinisten Buster Keaton. Eine Würdigung. 

When you say that, smile", wird der blasse junge Mann in "Go West" (1925) von einem toughen Cowboy aufgefordert. In diesem Moment wissen der Angesprochene und sein Publikum, dass es eng wird: Lächeln - das ist für Buster Keaton ein Problem.

  Das war nicht immer so. In den frühen Kurzfilmen, in denen der athletische, aber kleine Keaton als sidekick des 150-Kilo-Komikers Roscoe "Fatty" Arbuckle vor allem seine körperliche Kompetenz bei diversen Schlachten mit Polizisten und essbaren Substanzen einbringt, bewegen sich die Mundwinkel, denen er in "Go West" mit den Fingern nachhelfen muss, durchaus von alleine nach oben, und in "(Fatty At) Coney Island" (1917) beginnt er auf dem Rummelplatz schallend zu lachen. Noch hat er nicht jenes "Gesicht des Anfangs, ohne Erfahrung, ohne Schuld" (Enno Patalas), das wir aus seinen in eigener Regie entstandenen


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