StadtMensch

Stadtleben | aus FALTER 49/03 vom 03.12.2003

"Nicht noch einen Adventkranz, der zum Verdrängen verleitet", wollte Andreas Bamesberger, 29. Deshalb hat der Gärtner, Florist und Macher des Blumenladens Zweigstelle (9., Porzellang. 4) das "Anti Engerl Fest" ausgerufen und weihnachtliche Traditionen und Bräuche "bis zum Exzess aufs Wesentliche reduziert". Dazu gehört auch, dass es bei ihm keine Rosen aus Ecuador gibt ("Jeder regt sich auf, dass Bush das Klimaschutzprotokoll nicht unterzeichnet hat, aber ich möchte nicht verantworten, dass für hundert Rosen im Monat drei Liter Kerosin in der Luft herumschwirren.") Bis 24. Dezember zeigt Bamesberger sachlich-kühle Installationen, die Besinnung, Politik und Ästhetik miteinander vereinen. Blutende Christbaumkugeln sind Blair ebenso gewidmet wie Hussein, Arafat oder Sharon, ein kahler Baum trägt Kugeln mit Tapetenmustern aus der Ex-DDR. Und neun Kränze aus Erdungskabeln sollen beim Erden helfen. Bloß nicht noch einen Adventkranz. C. W.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige