schmökern wie ein eingeschneiter

Extra | Nora Fuchs | aus FALTER 49/03 vom 03.12.2003

Wenn es Weihnachtsmänner schneit und Rentiere zum Kamin hereinwollen, vergräbt man sich mit einem Buch oder Kopfhörern im Bett

Buchempfehlung. Wenn der Körper nicht mehr mitspielt, werden wir gezwungen, uns mit unserer Endlichkeit auseinander zu setzen. Eine Zumutung ist das allemal. Sabine Gruber macht daraus einen spannenden und humorvollen Roman, in dem die Präsenz des Todes das Leben intensiviert. Marianne, die Hauptfigur, ist zwar krank, sie versteht es aber, auf lustvolle Weise "Zeit zu gewinnen", während sich ihre Freunde die Zeit vertreiben: Erna konsumiert einen Mann nach dem anderen, Paul verkriecht sich in Archiven, Holztaler, ein langweiliger Schriftsteller, giert nach den Biografien seiner Freunde, weil ihm sonst nichts einfällt. Jeder Einzelne ist so mit sich selbst beschäftigt, dass er für Mariannes Unglück blind ist. Mit einer Ausnahme: Der dicke Beppe gewinnt mit seiner sensiblen und gleichzeitig tollpatschigen Art das Herz Mariannes. "Die Zumutung" ist ein poetisches


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