Taferln ohne Klasse

Vorwort | ARMIN THURNHER | aus FALTER 50/03 vom 10.12.2003

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT Eine spezifisch österreichische Manifestation politischer Vernunft. Und ein unerwartetes Lob. 

Manchmal tue ich mir schwer, die politische Substanz unserer Volksvertreter zu entdecken. Ihre Inszenierungen unterschreiten oft das einem Kindertheater zumutbare Niveau. Was bleibt von der politisch-parlamentarischen Auseinandersetzung Ende 2003? Taferlmania im Parlament. Zugegeben, die Grünen haben seinerzeit mit infantilem Aktionismus begonnen, Haider hat das Taferl in die Zeitgeschichte gepflanzt. Mittlerweile aber sieht man Grünen-Chef Van der Bellen für den Inbegriff der Seriosität an, während beim Anblick der neuesten Einfälle roter und schwarzer Spindoktoren nur mehr der Spaßalarm schrillt.

  Die Roten schwenkten im Parlament Taferln im Format von Bahnhofsschildern; auch ähnliche Aufkleber mit dem Slogan "Gorbach zerstört die Bahn" waren zu sehen. Konnte man diesen Aussagen inhaltlich noch folgen, machten sich die schwarzen Abgeordneten vollends lächerlich,


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