Schulische Erdbeben

Vorwort | KARL HEINZ GRUBER | aus FALTER 50/03 vom 10.12.2003

BILDUNG Nach der Aufregung um die frühpensionierten Lehrer steht den Schulen der große Krach noch bevor. 

Die Wirkung von Erdbeben, deren Stärke auf der Richterskala die Stufe 5 bis 6 erreicht, wird so umschrieben: "... von allen Menschen mit Schrecken wahrgenommen; viele Menschen verlassen ihre Häuser; ... einzelne Risse im Putz". Gäbe es eine Richterskala für das Unbehagen an Österreichs Schulen, dann läge der Wert für den Frust und den Ärger, den die Pannen der gegenwärtigen Personalpolitik ausgelöst haben, wohl auch zwischen 5 und 6. Die Wirkung ist ganz ähnlich: von allen Lehrerinnen und Lehrern mit Schrecken wahrgenommen; viele von ihnen - etwa 4000 - verlassen ihre (Schul-)Häuser, und zwar für immer. "Einzelne Risse" zeigen sich im Putz der Fassade des Unterrichtsministeriums, das noch immer die Antwort auf zwei Fragen schuldig ist: Warum hat man die "Gesetzeslücke", die es Lehrern erlaubt hat, schon ab fünfzig in Pension zu gehen, nicht rechtzeitig durch eine Novellierung


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