Die große Freiheit

ROBERT MISIK | Politik | aus FALTER 50/03 vom 10.12.2003

BUCHTIPP Werkzeugmacher und Telefonist, Verkäuferin und Putzfrau im Zeitalter des Neoliberalismus: Eine famose sozialwissenschaftliche Studie richtet den Blick auf die Hinterbühne unserer Gesellschaft. 

In Hollywood kommt Arbeit nicht ins Bild. Und wenn, dann nur in Einzelfällen: etwa wenn in 007-Streifen gezeigt wird, wie die Schurken Raketen oder Bomben zusammenbauen - in Fertigungsstätten, die bezeichnenderweise im Untergrund liegen. Die schmutzigen Handarbeiten sind dem Blick entzogen, während auf der Vorderbühne die Ideologien, Wünsche und Sehnsüchte produziert werden: die Bilder vom aufregenden Leben, von Selbstverwirklichung, von ewiger Jugend, vom "echten Leben" ohne materielle Zwänge. Slavoj ZÇizÇek, dem Philosophen-Entertainer, verdanken wir den Hinweis darauf, wie durch diese Bildproduktion ein Teil der Realität systematisch ausgeblendet wird: Gesellschaft konstituiert sich auch über die Bilder, die sie über sich selbst macht. Wer nicht schön, mobil, flexibel

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