FERNSEHEN

Medien | JULIA ORTNER | aus FALTER 50/03 vom 10.12.2003

Sich über seinen Chef lustig zu machen ist nicht gesund. Das darf nicht einmal Harald Schmidt. Und weil sich der brillanteste deutsche Fernsehmann in seiner Show ein paar gute Witze auf Kosten des neuen Sat.1-Geschäftsführers, eines Schawinski oder so, geleistet hat, hört er mit Ende des Jahres auf. Offiziell, weil er nach acht Jahren "Harald Schmidt Show" eine "Kreativpause" einlegen will. Skandalös, wie leichtsinnig dieser Herr Schawinski aus persönlicher Eitelkeit mit einem Mann umgeht, der mehr ist als der beste Talker im deutschsprachigen Raum, nämlich eine Ausnahmeerscheinung in der Fernsehwelt: Intellektuell, unangepasst, witzig und einer der wenigen Fernsehmenschen, die ein gescheites Interview führen können. Und es ist dämlich, dass der neue Hauptgesellschafter der ProSiebenSat.1 Media AG die Late-Nite-Show durchgerechnet und als zu teuer befunden haben soll: Eine Lichtgestalt wie Schmidt bringt einem Sender so viel Prestige, dass es sich rentiert. Bleiben die üblichen schleimigen Talker Kerner, Beckmann und Co., die alle nach dem selben Strickmuster vor sich hinquatschen. Zuerst haben sie uns die "Sopranos" genommen und jetzt auch noch Harald.


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