Wagner in Seenot

Kultur | PAULUS HOCHGATTERER | aus FALTER 50/03 vom 10.12.2003

OPER "Der fliegende Holländer" an der Staatsoper: Die Buhrufe für Regisseurin Christine Mielitz und Dirigent Seiji Ozawa waren berechtigt. 

Der Holländer erscheint in einem Bild, das frappant an Edvard Munchs "Der Schrei" erinnert, man schöpft in zwei elektrisierenden Sekunden Hoffnung, an diesem Abend vielleicht doch noch Spannendes zu erleben. Man hat zu diesem Zeitpunkt nämlich bereits einiges hinter sich: eine bis zum Auseinanderfallen zerdehnte Ouvertüre, den Auftritt eines unengagiert wirkenden Daland (Franz Hawlata) und eines weniger den Südwind als den richtigen Ton suchenden Steuermannes (John Dickie); man selbst sucht nach festem Boden und kriegt ihn nicht geboten, dasselbe freilich keineswegs resultierend aus dem Kalkül der Inszenierung.

  Christine Mielitz, die mit ihrem Meininger Ring berühmt und innerhalb kürzester Zeit von Harry Kupfers zu Everybody's Darling geworden ist, erzählt die bekannte Sage als die Tragödie Sentas, jenes "neuen Weibes", nach dem Richard


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