Machiavelli für Frauen

Kultur | MAYA McKECHNEAY | aus FALTER 50/03 vom 10.12.2003

FILM Man findet ihn großartig oder hasst ihn total: Jean-Claude Brisseaus "Choses Secrètes", eine weibliche Machtutopie und explizit erotische Groteske, weiß stilvoll zu provozieren. 

Schwarz und Rot: die Farben von Tod und Verlangen. Der Raum, in dem die junge Frau tanzt, ist dramatisch ausgeleuchtet. Sie ist nackt, und ihr Tanz ist ein erotischer, an dessen Ende sie unter den scheinbar lustvollen Berührungen der eigenen Hände zitternd zu Boden sinkt. Erst jetzt fährt die Kamera zurück, gibt den Blick frei auf Tische und Publikum. Wir befinden uns in einem Etablissement, dessen männliches Publikum applaudiert; einige versuchen sogar, die Bühne zu stürmen, und müssen mit Gewalt zurückgehalten werden. Doch die Sichtposition der Kamera entspricht keinem dieser männlichen Blicke, sie ist die Subjektive eines jungen Mädchens, das ungeschminkt in Jeans hinterm Tresen steht. Aus dem Off hören wir ihr Geständnis, dass sie Natalie, die von allen begehrte Tänzerin, insgeheim schon


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