Das graue Jahr

Vorwort | ARMIN THURNHER | aus FALTER 51/03 vom 17.12.2003

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT Ein unfarbiger Blick zurück auf 2003. Sie können beruhigt sein, 2004 wird auch nicht anders. 

Alle Jahre wieder Schlussbetrachtungen zu schreiben, die in Perspektiven hinüberlappen, das ist kein Honiglecken. Glauben Sie mir, ich mache das schon jahrzehntelang. Sitze an einem dunklen Winterabend da zwischen aufgeschichteten Zeitungsbergen, aus deren Innerem eine zu stark aufgedrehte Zentralheizung das Staubigste herausholt, sitze und sauge diesen Zeitungsstaub in mich ein, und während ich merke, wie er mich unangenehm dösig macht, frage ich mich, was hat all das wieder gebracht? Ist dieser Zeitungsdunst, diese Wirkung der österreichischen Öffentlichkeit auf das Gemüt, am Ende nicht nur meiner Lunge, sondern auch meiner Lage abträglich?

Halt, ich muss vorausdenken, das Blatt liegt ja drei Wochen in den Wohnungen herum, was macht die Leserschaft an einem kalten, hellen Jännermorgen mit meiner miesen Dezemberstimmung? Wenn lustig die Schneekristalle im Sonnenglanz


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