Verstümmelt und vergessen

Politik | JULIA ORTNER | aus FALTER 51/03 vom 17.12.2003

FRAUENRECHTE Etenesh Hadis, Chefin der Afrikanischen Frauenorganisation in Wien, kämfpt gegen Genitalverstümmelung. Mit dem "Falter" sprach sie über patriarchalische Traditionen, Sex als Tabu und Mädchen, die in Wien verstümmelt werden. 

Schon am 44. Tag ihres Lebens wurde sie das Opfer eines brutalen Ritus. Etenesh Hadis wurde beschnitten, wie alle anderen kleinen Mädchen in ihrem Landstrich auch. "Daran habe ich natürlich keine Erinnerung", sagt die Leiterin der Afrikanischen Frauenorganisation in Wien. "Ich weiß allerdings genau, wie zwei meiner Schwestern verstümmelt wurden." Eine hässliche Erinnerung, die Hadis jahrzehntelang verdrängt hatte. Die Äthiopierin aus Adis Abeba studierte, arbeitete als Diplomatin, bis sie 1991 als Flüchtling nach Österreich kam.

  Sie ist nur eine von jährlich zwei Millionen Frauen aus Afrika, dem Nahen Osten oder Asien, die noch immer beschnitten werden - nach dem althergebrachten Ritual von den Hebammen ihres Dorfes, oft ohne Betäubung,


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