Kommentar

Albertina: das Ding mit dem Wing

Kultur | JAN TABOR | aus FALTER 51/03 vom 17.12.2003

Plötzlich war es da, das Wing-Ding, das "Soravia Wing" heißt und aussieht, als wäre es unter aller Anstrengung in das so luftige Ambiente über der Albertinabastei mit hineingestopft worden. Dabei bedeutet Wing "Flügel". Aber "Soravia-Flügel" klingt nicht so gut wie "Soravia Wing".

Mit dem durch einen Namen ergänzten Wort "Wing" werden in Museen oder auf Universitäten in Amerika und Großbritannien jene Gebäude bezeichnet, deren Errichtung von einem freigibigen Sponsor finanziert wurde. Es entsteht also der Eindruck, die Bauunternehmer Erwin und Hanno Soravia hätten den Umbau (mit)bezahlt, wenn nicht gar die ganze Albertina errichtet. Die überaus kostspieligen Bauarbeiten aber wurden zur Gänze vom Staat getragen. "Steuerzahler Wing" wäre also treffender gewesen. Die Brüder Soravia haben lediglich das Wing-Ding bezahlt; angeblich hat es zwei Millionen Euro gekostet. Jetzt verdeckt es die triste Tatsache, dass all die wunderbaren neuen technischen und wissenschaftlichen Räume


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