Das letzte Kino

Kultur | aus FALTER 51/03 vom 17.12.2003

FILM Siamesische Zwillinge, türkische Cousins, österreichische Beamte und schwedische Polizisten - ein Überblick übers "Weihnachtskino" abseits der Blockbuster.

"Wilbur Wants to Kill Himself"

Zum allerletzten Mal ein Wort zum "Dogma"-Phänomen: Was als selbstreflexiver Gag der Bubentruppe um den Dänen Lars von Trier begonnen hat (Keuschheitsgelübde und die Koketterie mit einem "armen" Kino, letztlich grundiert im Pseudo-Humanismus eines bekennenden Zynikers), ist im Lauf der Zeit - frühestens mit "Mifune", spätestens aber mit "Italienisch für Anfänger" - systematisch zu einem dramaturgischen Spickzettel für kalkulierte, leichtfüßig-sozialrealistische Gegenwartstragikomödien geworden.

  "Undogmatisch" im formalen Sinne, aber erzählerisch genau diesem Schematismus verpflichtet, präsentiert sich Lone Scherfigs neuer Film "Wilbur Wants to Kill Himself" - ähnlich charmant glatt wie ihr "Italienisch für Anfänger", nur ohne störende Sprachschranken (English spoken!) und so


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