"Russland ist, wo ich bin"

ERICH KLEIN | Kultur | aus FALTER 51/03 vom 17.12.2003

ÜBERSETZUNG Swetlana Geier hat Dostojewskij erstmals in ein Deutsch gebracht, das die prophetischen Romane des russischen Romanciers dem zeitgenössischen Leser erschließt. Der "Falter" besuchte die achtzigjährige Übersetzerin in ihrem Zuhause in Freiburg. 

Eine "Jahrhundertübersetzung"; "neue Maßstäbe"; "alle bisherigen Übersetzungen kann man wegwerfen". Die neuen, seit nunmehr zehn Jahren im Zürcher Ammann-Verlag erscheinenden Übersetzungen des russischen Klassikers Fjodor Michailowitsch Dostojewskij (1821-1881) werden von der Kritik hymnisch gefeiert. Jeder, der einmal "Schuld und Sühne" gelesen hat - die Geschichte von Raskolnikow, der eine Pfandleiherin erschlägt, weil er sich für einen Übermenschen hält, und der verurteilt und in die Verbannung geschickt wird - musste sich die Frage stellen, wo denn eigentlich die Sühne bleibt. Das Buch heißt jetzt, wie im Original, "Verbrechen und Strafe". "Die Dämonen", Dostojewskijs Auseinandersetzung mit dem russischen Terrrorismus

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