Wenn Gott tot ist ...

Kultur | ERICH KLEIN | aus FALTER 51/03 vom 17.12.2003

RUSSLAND Dostojewskij ist der Spezialist fürs Böse. Die Nachfrage nach der Literatur dieses radikalen Metaphysikers wird nicht nur durch Swetlana Geiers Neuübersetzung der "Brüder Karamasow" befriedigt. 

Mit 25, 1866, feiert Fjodor Michailowitsch Dostojewskij (1821-1881), Moskauer, Sohn eines Armenarztes und Offizier der Petersburger Ingenieursschule, mit dem Roman "Arme Leute" sein literarisches Debüt. Mit 28 wird er als Sympathisant eines sozialistischen Geheimbundes zum Tod verurteilt, zur Abschreckung auf den Richtplatz geschickt, begnadigt, schließlich jahrelang nach Sibirien verbannt. Es folgen zwei Ehen, drei Kinder, drei Reisen nach Westeuropa. Soweit die biografischen Ecksteine des "radikalen Metaphysikers" (George Steiner), dessen Werk - sieben bedeutsame kleine und fünf große Romane, sowie ziemlich viel Publizistisches - außer "verbrecherischem Erkenntnis-und Bekenntnisfuror eine Menge von Mutwillen, phantastischer Komik und Lustigkeit des Geistes in sich schließt".


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