TIER DER WOCHE

Eingeschenkt


PETER IWANIEWICZ
Stadtleben | aus FALTER 51/03 vom 17.12.2003

Ich beantrage die Aufnahme des Wortes "Geschenkterror" in den Duden. "Hast du schon alle Geschenke besorgt?", trötet es dieser Tage statt einem Gruß aus den Mündern gestresster Menschen. Unglaublich, welche Mengen an Materie bis zum Weihnachtstag verschoben werden, die auf Grund ihrer Nutzlosigkeit für den Beschenkten noch eine Weile zwischengelagert und dann entsorgt werden (wobei ich von dieser beinharten Konsumkritik explizit alle wohlfeilen Produkte ausnehme, die in dieser feinen Zeitung inseriert sind).

Aber der soziale Druck ist groß: Was soll man also schenken, wenn man glaubt zu müssen oder zu wollen? Tierschutzorganisationen raten zwar ab von toten Pelzen und lebendigen Geschenken, aber wenn sich Stars wie George Clooney ein trendiges Hausschwein halten, dann will man seine Kinder doch nicht mit einem simplen Meerschweinchen abspeisen. Ich rate daher zu einem Tier, das nicht nur allen Anforderungen an Status und angesagtem Lifestyle entspricht, sondern auch handzahm und zutraulich

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