VOR 20 JAHREN IM FALTER

Vorwort | aus FALTER 02/04 vom 07.01.2004

Ein neues Jahr, ein neuer Band. Diese Kolumne entsteht nämlich nicht, wie Sie vielleicht denken, unter Benützung eines elektronischen Archivs. So etwas gibt es erst ab sehr viel späteren Falter-Jahren. Nein, hier blättert der Autor in einem Band, der sich von anderen Jahrgängen meist durch die Farbe des Einbands und durch seinen Umfang unterscheidet; Tendenz bei diesem steigend.

  Die Schwarte für 1984 zeigt einen schmucken lichtgrauen Leinenrückeneinband, die schwarzen Pappdeckel werden von niedlichen Eckenschonern geschützt. Der Band ist 6,5 Zentimeter dick, wiegt 4,586 Kilogramm, die Jahreszahl ist in Gold eingeprägt, vorn hält ihn ein kräftiges weißes Vorsatzpapier zusammen, und die einzelnen Falter-Ausgaben sind durch zartes hellblaues Papier getrennt. Ein prächtiges Riesenpaket, das uns nun ein Jahr lang begleiten wird.

  Ein Falter kostete übrigens 20 Schilling (Euro 1,45). Wenn ich das dem Geldwert entsprechend hochrechne, sind Sie mit dem heutigen Verkaufspreis ja bestens dran! Der Falter umfasste noch immer zwei Wochen, aber er hatte nicht mehr als 40 Seiten Umfang (so viel Programm gab es damals auch noch nicht). Heute kriegen Sie im Schnitt 72 bis 80 Seiten. Und das jede Woche! (Zugegeben, dafür zahlen Sie auch jede Woche).

  Dennoch: Wenn ich alles zusammennehme, können wir von Glück reden, dass die Geschäftsführung stillhält und nicht jene Information ins Blatt rückt, die mit den ominösen Worten beginnt: "Wie Sie alle wissen, haben wir unverschämt steigende Rohstoffpreise und karnevalesk überschäumende Lohnkosten jahrzehntelang nicht an unser Publikum weitergegeben. Nun aber..." Wie gesagt, noch besteht diesbezüglich nur geringe Gefahr. Mit einem Abo ist man jedenfalls gut geschützt. Was in der ersten Ausgabe 1984 stand, erfahren Sie nächste Woche. A.T.


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