FERNSEHEN

Medien | JULIA ORTNER | aus FALTER 02/04 vom 07.01.2004

Stell dir vor, du glaubst, du bist ein Popstar, weil dir ein peinlicher Schnulzenproduzent gesagt hat, dass du Klasse bist. Alexander Klaws, daheim als "Alexander", der Sieger der RTL-Castingshow "Deutschland sucht den Superstar" und Dieter-Bohlen-Protegé bekannt, dachte tatsächlich, er wäre gut. Bis er bei der weltweiten "Superstar"-Show gegen Kollegen aus zehn anderen Ländern antrat und von den Juroren so was von aufs Dach bekam, dass ich nicht wusste, darf man darüber lachen oder muss man den Buben mit dem großen Ego bedauern? Simon Cowell, der britische Bohlen, meinte zu Alex, der sich durch den Disco-Hadern "Maniac" hechelte: "Ohne unhöflich zu sein, das war schrecklich." Ein anderer Juror: "Es wird doch immer gesagt, die Deutschen hätten keinen Humor. Aber das hier war die reinste Komödie." Oder: "Karaoke im Altersheim". RTL war der Verriss seines Stars so peinlich, dass man einige böse Kommentare gar nicht mehr zeigte, sondern lieber das jenseitige Moderatorenpaar Hunziker/Spengemann einbaute, das Alexander tröstete. Der wurde dann eh noch guter Vorletzter. So gesehen hätte unser "Starmania"-Superstar "Tschuggi" vielleicht noch gute Chancen gehabt.


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