Kommentar

Wie korrupt ist die Theaterkritik?

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 02/04 vom 07.01.2004

Der FAZ-Theaterkritiker Gerhard Stadelmaier hat ausnahmsweise nicht dem Theater, sondern der Theaterkritik die Leviten gelesen. Ein neuer Berufstyp, so Stadelmaier in einer süffisanten Glosse, habe sich in deutschen Zeitungen etabliert: der "eingebettete Kritiker". Gemeint ist damit ein Theaterkritiker, der sich sozusagen auf "Feindesgebiet" begibt, also für das Theater arbeitet, während er gleichzeitig davon berichtet.

Drei Beispiele werden angeführt: ein Kritiker der Frankfurter Rundschau, der für das Programmheft einer Uraufführung in Zürich einen Text schrieb und anschließend die Aufführung rezensierte; ein Kritiker der Süddeutschen Zeitung, der mit einem Leseprogramm in Theatern auftritt, über deren Inszenierungen er berichtet; schließlich - und jetzt sind wir endlich in Wien - der Süddeutsche-Korrespondent Helmut Schödel, der in den Filmsequenzen von Christoph Schlingensiefs Burgtheaterinszenierung "Bambiland" zu sehen ist und einen Probenbericht über die Produktion


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