Leben nach dem Tod

Kultur | MICHAEL OMASTA | aus FALTER 02/04 vom 07.01.2004

FILM Drei Frauen aus Tiflis und ihre Lebenslügen: Aber "Seit Otar fort ist" von Julie Bertuccelli ist keine Tragödie, sondern ein heiterer, beglückender Film. 

Stalin, sagt die Großmutter, war ein großartiger Mann. Eka versteht sich prächtig darauf, Marina und Ada, ihre Tochter und Enkeltochter, vor den Kopf zu stoßen. Die drei Frauen wohnen zusammen, die Männer haben sich aus dem Staub gemacht: zuerst Stalin, dann der Großvater; der Mann von Marina blieb in Afghanistan; schließlich Otar, ihr Bruder, der als Letzter fortging, zum Arbeiten nach Frankreich. Seit er weg ist, lebt Eka nur mehr für ihn: Fast täglich schreibt sie ihm, wartet sehnsüchtig auf Nachricht, liest seine alten Briefe immer und immer wieder.

  Es ist ein prekäres Familiengefüge, das Julie Bertuccelli in "Depuis qu'Otar est parti", ihrem Spielfilmdebüt, beschreibt. Umso mehr, als eines Tages statt eines Briefes ein amtliches Schreiben eintrifft: Otar ist bei der Arbeit am Bau tödlich verunglückt. Eka,


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