STREIFENWEISE

Kultur | MICHAEL OMASTA | aus FALTER 02/04 vom 07.01.2004

Wir sind beide Studenten des Krieges." Es sind denkwürdige Sätze wie dieser, mit denen wahre Männerfreundschaften aus Hollywood seit je beginnen, und Sätze wie dieser, die sie besiegeln: "Er war ein guter Mann." Zuletzt gehört in "The Last Samurai", dem neuen Film mit Tom Cruise, der sich anno 1876 im Auftrag von US-Armee und Winchester-Corporation nach Japan einschifft, um die Soldaten des Kaisers zum Feldzug gegen einen Samuraiführer zu rüsten. Von traumatischen Erinnerungen an die Indianerkriege gepeinigt, fällt der Offizier alsbald in Feindeshand und verwandelt sich unter dem Eindruck des Lebensstils und Edelmuts des Samurais in einen perfekten Gentleman. Edward Zwick, als Regisseur mit Ambitionen ("Glory") doch immer bloß der Mann fürs Grobe ("The Siege"), legt das 100-Millionen-Dollar-Budget klug an: in hübsche Schlachtengemälde, kleine und größere Intrigen, ein bisserl Kolonialismuskritik, die Gage von Mr. Cruise und noch mal Schlachtengemälde. Gesamteindruck, wenn man so will: "Dances with Wolves" in Japan.

  Das Filmmuseum bricht sein traditionelles Bergman-Embargo und setzt bis Februar die hierzulande erste komplette "Ingmar Bergman Retrospektive" aufs Programm. Teil eins, bereits im Gange, erlaubt, das nur selten gezeigte Frühwerk des schwedischen Regisseurs kennen zu lernen: darunter Titel wie "Krise" (1946), "Hafenstadt" oder "Musik im Dunklen" (beide 1948).

  Außerdem: "Die unmögliche Liebe". Der zweite Termin aus der Dokumentarfilmreihe von Kinoreal versammelt eine Hand voll österreichischer Arbeiten zum Thema, darunter "Carmen" von Anja Salomonowitz und "Wen die Götter lieben" von Johannes Holzhausen - am 14.1. im Filmhaus am Spittelberg.


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