STADTRAND

Merkwürdig, Merkur

Stadtleben | aus FALTER 02/04 vom 07.01.2004

"Weg da!" Ich verstehe ja, dass es an manchen Tagen verdammt scheiße ist, in riesigen Supermärkten wie im Merkur arbeiten zu müssen. Aber an manchen Tagen ist es auch verdammt scheiße, dort einkaufen zu müssen. Zum Beispiel an Samstagen. Und wenn ich da an der Feinkosttheke eh schon warte (eh schon wissen ...), um endlich von vollkommen überforderten Auszubildenden ("Ich hätte gerne fünfzig Deka Kalamataoliven" - "Fünf Stück?" - "Fünfzig Deka, 500 Gramm" - "In unsere Plastikbehälter passt aber nicht so viel" - "Dann nehmen Sie eben zwei Becher" - "..." - "Und bitte ziehen Sie das Gewicht des leeren Bechers ab" - "???") bedient zu werden, finde ich es persönlich eher unsympathisch, von einem Gabelstapler überfahren zu werden. Nur weil ich im Merkur in der Warteschlange nicht reagiere, wenn jemand schon von weitem "Weg da!" brüllt. Der Mann im speckigen Kittel hat Stress, und dafür hat er mein vollstes Verständnis. Er muss auch zu mir nicht so was sagen wie: "Hätten Sie die Liebenswürdigkeit, für eine Ladung exquisiter Frischprodukte einen Schritt zur Seite zu treten?" Wir sind ja nicht beim Meinl. Aber auch nicht auf dem Großgrünmarkt. Was man übrigens auch daran bemerkt, dass eine simple Grapefruit den Mann an der Kassa ratlos macht: "Ist das ein Kürbis?" - "Nein!!" C. W.


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