Sucht und Suche

Stadtleben | JULIA ORTNER | aus FALTER 02/04 vom 07.01.2004

Porträt Leichtathlet im Nationalteam, Wissenschaftler, Literaturhoffnung, Trinker, Psychiatriepatient: Ernst Kostal hat ein Leben zwischen Extremen hinter sich. Von diesem exzessiven Leben erzählt er auch in seinem neuen Lyrikband. 

Ein ordentliches Büro an der Universität, voller Aktenschränke, mit einer tüchtigen Sekretärin und eifrigen Studenten, die einem in überfüllten Hörsälen an den Lippen hängen. Graue Dreiteiler tragen, sich mit "Herr Professor" ansprechen lassen. So ein Leben hätte Ernst Kostal führen können - ehrwürdig, angepasst, mit akademischen Ehren. Der 59-Jährige, groß, schlaksig, graues Haar, trägt stattdessen Jeans zu roten Turnschuhen, ist kein bisschen professoral, und als Wissenschaftler arbeitet er nur zu Hause. "Natürlich denk ich mir manchmal, ohne die Exzesse der Vergangenheit wäre ich heute wahrscheinlich ganz woanders", sagt Kostal nachdenklich. "Aber dann hätte ich wichtige Erfahrungen nie gemacht." Erfahrungen im Grenzbereich zwischen


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige