PRESSESCHAU

Medien | NINA WEISSENSTEINER | aus FALTER 03/04 vom 14.01.2004

Die "Motivforscherin" Helene Karmasin ist für ihre inhaltsschweren Analysen ohnehin bestens bekannt. Am Höhepunkt der Homepage-Affäre enttarnte sie etwa den Finanzminister in "Offen gesagt" als "optischen Leckerbissen". Darauf wären wir selbst nie und nimmer gekommen. Diese Woche knöpfte sich Karmasin fürs profil die schwarze Hofburg-Kandidatin Benita Ferrero-Waldner vor. "Sie ist (...) immer eine Spur zu stark gestylt, mit zu viel Schmuck und Schminke", sagt ausgerechnet die stets mit Ohrclips, Ringen und Halsbändern behängte Style-Expertin. Dann, ihre vernichtende Konklusio: "Frau Ferrero wird angreifbar durch die Signale, die sie aussendet, von ihrer Aufmachung und Sprache her." Man kann Ferrero-Waldner als Politikerin viel vorwerfen, etwa dass sie bei Krisen oft allzu schnell die Nerven wegschmeißt. Aber so wie sie sich zusammenrichtet? Ist doch ihr Kaffee. Das Motiv für diese seltsame "Motivforschung" war da wohl der klassische Stutenbiss. Bleibt nur noch zu klären, warum ausgerechnet das führende Nachrichtenmagazin in diesem Land auf die Kommentare von Helene Karmasin so abfährt, dass es dem Schmus eine ganze Spalte widmet.


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