KOMMENTAR

Die Fendrichs: Mitleid mit den Dummen!

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 03/04 vom 14.01.2004

In dem Film "The Awful Truth" nimmt Cary Grant beim Verlassen des Hauses seinen Hut, setzt diesen auf und wird so - angesichts eklatanten Nichtpassens - auf die Präsenz eines Nebenbuhlers aufmerksam. Sollte sich ein Regisseur je zu einem Remake dieser Screwball-Comedy versteigen, könnte er den Plot ja mit einer Unterhose statt eines Huts auf den aktuellen Stand ehebrecherischer Indizien bringen.

Und weil man in einer durchmedialisierten Gesellschaft nichts lieber tut, als von dem Kakao zu trinken, durch den man gezogen wird, würde sich Rainhard Fendrich als Hauptdarsteller sicher gerne zur Verfügung stellen. Wer sich freiwillig durch die Boulevard-Mühle drehen lässt, in Bild zu neuen Höchstleistungen auf dem Gebiet des gesteigerten Partizips ("Ich bin der gehörnteste Ehemann des Jahres") aufläuft und für News beinahe ins Kaffeehäferl weint, nur um sich dort als "Schlappschwanz" (Dagmar Koller) und "Schwein" (Mausi Lugner) beschimpfen und - noch viel schlimmer! - von Dieter Chmelar


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