NEUE PLATTEN

Kultur | aus FALTER 03/04 vom 14.01.2004

KLASSIK

Franz Schubert: Forellenquintett u.a.

(Trio Wanderer u.a.)

Harmonia Mundi France/Helikon

Als 1819 Johann Nepomuk Hummel noch als ganz großer Meister der Tonsetzerei galt, musste sich ein gewisser Franz Schubert selbst über den kleinen Privatauftrag zu einem Stück nach Vorbild von Hummels Klavierquintett op. 74 freuen - und schrieb, wunschgemäß in dessen ungewöhnlicher Besetzung (Violine, Viola, Cello, Bass und Klavier), sein "Forellenquintett", mit dem er den achtbaren Hummel bei weitem überflügelte. Irgendwie ist es bezeichnend für das anregend dreist denkende und musizierende Trio Wanderer aus Frankreich, dieses beinahe totgespielte Werk erstens überhaupt noch einmal aufzunehmen (was zwar nicht überwältigend neu, aber doch überzeugend lebendig gelingt) und zweitens nicht mit dem eigentlichen Vorbild, sondern mit einem anderen Hummel-Quintett (op. 84) zu kombinieren. Das sei nämlich einfach besser.

CARSTEN FASTNER

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